szmtag www.ln-online.de ln-online/lokales vom 10.07.2009 00:00
„Seemine“ entpuppte sich als Boje
Am Næsby-Strand an der Südküste von Westlolland (20 Kilometer von Rødby entfernt) wurde das verdächtige Objekt gefunden. Inzwischen weiß man, dass es sich wohl um einen Teil einer deutschen Boje handelt.
Lolland/Fehmarn – Entwarnung auf der dänischen Nachbarinsel Lolland: Der mysteriöse Fund zwischen den Steinen von Næsby-Strand (wir berichteten gestern) war keine Seemine, sondern nach ersten Erkenntnissen der dänischen Behörden offenbar eine Boje deutscher Herkunft, die sich irgendwo in der Ostsee losgerissen hat und an Land getrieben ist. Da sie mit einem aufwendigen elektronischen Innenleben ausgestattet ist, geht man davon aus, dass die Boje der Forschung auf dem Wasser gedient hat. Exakte Untersuchungsergebnisse stehen allerdings noch aus. Wie die dänische Tageszeitung „Folketidende“ in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, wurde das Objekt aus Edelstahl mit einem Durchmesser von 75 Zentimetern inzwischen den deutschen Behörden übergeben. Ein Sommerhausbesitzer hatte an der Südküste von Westlolland – rund 20 Kilometer von Rødby entfernt – „ein ganz beuliges rundes Ding“ gefunden. Am Mittwoch sperrte die Polizei darauf den Naturstrand, in dessen Nähe aber lediglich kleinere von Dänen bewohnte Sommerhäuser stehen. Fast schien es, als breche eine Minen-Hysterie ähnlich dem Mythos um das Ungeheuer von Loch Ness aus, als am vergangenen Sonnabend ein Fährschiff- Passagier auf dem Fehmarnbelt einen unbekannten Gegenstand fotografiert hatte, den die Behörden als mögliche Seemine identifizierten. Wirklich fest stand es nach Aussage des Havariekommandos Cuxhaven jedoch zu keinem Zeitpunkt. Nachdem man die Suche im Fehmarnbelt erfolglos abgebrochen hatte, kam schon die nächste Meldung eines Beobachters. Er glaubte, im Fehmarnsund eine schwimmende Mine entdeckt zu haben. Erneut wurde eine große Suchaktion mit mehreren Schiffen gestartet. „Es wurde jedoch kein Objekt gefunden“, so Sprecherin Dr. Ulrike Windhövel vom Havariekommando, die trotzdem zur Wachsamkeit auffordert. Und dann Lolland: Dort rückten vorgestern Abend dänische Minenexperten an – und nahmen bei Næsby das mysteriöse Objekt, das die Beamten vorher fotografiert hatten, unter die Lupe. Noch am Strand wurde der Fund behutsam auseinandergebaut. Später gab es Entwarnung: Von dem Objekt ging keine Detonationsgefahr aus. Eine Seemine war es offensichtlich nicht. Die Sperrung des Strandes wurde wieder aufgehoben. Da auf dem Grund der Ostsee noch viele Überreste des Zweiten Weltkrieges schlummern, mahnen die Behörden trotz der Fehlanzeigen weiterhin zur Vorsicht. Ungewöhnliche Objekte sollten gemeldet werden. Von Gerd-J. Schwennsen und M. Kirchner URL: http://www.ln-online.de/artikel/2621354 © 2008 www.ln-online.de



