Posted by: Annine Scharf | Samstag, Januar 26, 2008

Video: Weltrekord im GPS Speedkiten!

Kitesurfer bricht Geschwindigkeitsweltrekord auf dem Wasser

Mit einem Topspeed von 102 km/h jagte Speedkiter Tilmann Heinig am 26. Januar 2008 im schleswig-holsteinischen Westerhever über die Nordsee.

Windgeschwindigkeiten zwischen 7 und 9 Bft., ein selbstgebautes Board und spiegelglattes Wasser, das “liquid ice”, so Tilmann Heinig, boten die perfekten Bedingungen für seinen neuen Weltrekord.

Auf einer Distanz von 500 Metern hielt er eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 50,9 Knoten, etwa 94,3 km/h, und ist somit nicht nur der schnellste Kitesurfer der Welt, sondern hält nun auch den Rekord für das schnellste segelbetriebene Wasserfahrzeug. Den offiziellen Weltrekord von 48,7 Knoten, das sind 90,2 km/h, hält der Windsurfer Finian Maynard seit dem 10. April 2005. Seitdem wurde dieser Geschwindigkeitsrekord zweimal gebrochen, allerdings entsprachen die GPS-Messungen allesamt nicht dem strengen Reglement der sanktionierenden Institution World Sailing Speed Record Council. Dass der WSSRC den neuen Rekord Tilmann Heinigs akzeptiert, ist also sehr unwahrscheinlich. Das mindert aber nicht die Freude über den gerade aufgestellten Geschwindigkeitsrekord. “Der schönste Tag meines Lebens”, äußert er sich mit einem breiten Grinsen. Wie für die meisten Speedkiter ist auch Tilmann Heinig die Anerkennung der Rekorde durch den WSSRC nicht besonders wichtig, da die Akzeptanz der auf www.gps-kitesurfing.com veröffentlichten GPS-Daten stets wächst.

 westerhever
Westerhever - 26.01.2008 by Barne Peters - rekord.tv

GPS Kitesurfing Daten:

Kitesurfer: Tilmann Heinig
Sponsor: www.kiteplanet.de, Caution!
Spot: Germany, Westerhever
Height: 178 cm
Weight: 78.0 kg
Age: 46
Date: Saturday, January 26, 2008
Board: Home made Halfmoon
Kite: Caution! Answer 9.0
Fin: Stainless Steel
Average speed: 50.14 knots (92,9 km/h)
Max.GPS (display): 55.2 knots (102,2 km/h)
Max. 2 sec. (software): 54.9 knots (101,7 km/h)
100 m run: 54.3 knots(100,6 km/h)
250 m run: 53.2 knots (98,5 km/h)
500 m run: 50.9 knots (94,3 km/h)
Windspeed: 33 knots (61,1 km/h)
Windgusts: 44 knots (81,5 km/h)

Antworten

Mal was über mich

Schon als Kind wollte ich etwas machen, das ungefähr so groß war wie ich selbst. Wie groß ich damals war, weiß ich nicht mehr, aber ein Meter dreißig könnte hinkommen. So lang ist nämlich das Brett, mit dem ich am 26. Januar meinen Rekord gefahren habe. Was hab ich gejubelt, als ich die Anzeige auf dem Display gesehen habe: 102 km/h !!!…30 Jahre Forschung und Entwicklung haben sich endlich ausgezahlt.

Wie hat alles angefangen ? Da mir das Abitur zu langweilig war (immer nur Wiederholungen) habe ich mir ein Tragflügelbrett gebaut. Ich dachte, damit bin ich schnell. Stattdessen brachen aber immer nur die Flügel ab. Aber ich hatte Blut geleckt. Das Bretterbauen, das ständige Experimentieren mit unterschiedlichsten Formen faszinierte mich maßlos. Ich begann ein Industriedesignstudium, weil alle Boarddesigner, von denen ich gelesen hatte, offensichtlich Industriedesigner waren. Musste allerdings feststellen, daß das alles viel zu wenig mit Surfen zu tun hatte, mit Ausnahme der “Spannungskurven”. Brach das Studium ab und war nur noch am Surfen und Bretterbauen. Ich wollte nicht lernen, ich wollte erfinden. Surfen, vor allem Speedsurfen, machte mich high; ich befand mich in einem Zustand permanenter Ekstase. Bretter planen, Bretter bauen, Bretter testen, und zwar nach dem 3-Phasen-System: Brett entwerfen…Brett bauen…Brett bewundern. Wobei das Bewundern die meiste Zeit in Anspruch nahm; genau wie das Träumen von unendlicher Geschwindigkeit. Ein Phantast im Bastelkeller. Immer im Hinterkopf: Die Suche nach dem endgültigen Brett. Der Ellipsenzirkel als Werkzeug immer dabei. Aus dem Schlafanzug in den Blaumann, vom Blaumann in den Neopren. Ich wollte immer damit aufhören… etwas Vernünftiges werden. Aber es ging nicht.
Stattdessen hab ich Freie Kunst/Malerei studiert… bis zum Diplom.
Aber die Ergebnisse befriedigten mich nicht, zu willkürlich, zu beliebig. Bis ich auf den Trichter gekommen bin, daß ein Surfbrett im Grunde ja auch so eine Art Skulptur ist.
Bei der man sogar beweisen kann, daß sie „richtig“ ist, nämlich einfach mit der Stoppuhr. Die Stoppuhr ist sozusagen mein Kritiker. Sie gibt mir die Sicherheit, die ich sonst nicht habe, wenn ich mich nur auf mein Gefühl verlasse.

Vielen Dank an Barne, der Zeuge der Aktion war und das ganze mit seiner Kamera aufgezeichnet hat.
http://www.rekord.tv

Hier der GLATTWASSERFÜHRER, eine Seite von Tilmann Heinig über die besten Speedkite-Spots Norddeutschlands. Dazu gehören: Westküste Eiderstedt (Westerhever), Büsum, Fehmarn, Heiligenhafen, uvm….
DANKE!

Neues Video von Tilmann online!
http://www.rekord.tv oder unter MEDIA auf dieser Seite

gps-kitesurfing.com kickt Tilmann aus der Rangliste! Später mehr zu diesem Thema von Tilmann persönlich!

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